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Politik & Gesellschaft

EU genehmigt 659 Millionen Euro für vier deutsche Chipfabriken

Die EU-Kommission hat staatliche Beihilfen in Höhe von 659 Millionen Euro für vier Halbleiterprojekte in Deutschland bewilligt. Die Förderung soll die europäische Chip-Produktion stärken und die Abhängigkeit von Asien verringern.

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Die Europäische Kommission hat am Mittwoch grünes Licht für deutsche Staatshilfen in Höhe von insgesamt 659 Millionen Euro gegeben. Das Geld fließt in vier spezialisierte Halbleiterfabriken in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Hessen und Bayern. Die Genehmigung erfolgte im Rahmen des EU-Chip-Gesetzes, das die europäische Halbleiterproduktion bis 2030 auf 20 Prozent des Weltmarktes steigern soll.

Der größte Einzelposten geht an die Firma Element 3-5 GmbH. Das Unternehmen erhält 353 Millionen Euro für eine neuartige Fabrik für Siliziumkarbid-Epiwafer in Baesweiler. Die Anlage mit dem Namen SiCnature soll Halbleiter für besonders energieeffiziente Anwendungen herstellen.

Die Vishay Siliconix Itzehoe GmbH bekommt 214 Millionen Euro für die Produktion von Silizium-Leistungs-MOSFETs. Die Transistoren werden vor allem in der Automobilindustrie eingesetzt. Der Standort Itzehoe in Schleswig-Holstein soll damit gestärkt werden.

KLA-Tencor MIE GmbH in Weilburg (Hessen) erhält 74,4 Millionen Euro. Das Unternehmen stellt optische Messtechnik für die Überwachung von Schichtdicken und Ausrichtung in der Chipfertigung her. KETEK GmbH aus München bekommt 17,9 Millionen Euro für Silizium-Driftdetektoren und Graphen-Fenster, die in industriellen Sortier- und Recyclinganlagen zum Einsatz kommen.

Die EU-Kommission prüfte die Beihilfen und kam zu dem Schluss, dass sie „weitreichende positive Auswirkungen“ auf das europäische Halbleiter-Ökosystem und die Versorgungssicherheit haben. Zudem würden sie den Wettbewerb innerhalb des Binnenmarktes nicht übermäßig verzerren. Ohne die Förderung hätten einige Unternehmen ihre Fabriken außerhalb der EU gebaut oder ganz auf die Investitionen verzichtet.

Teresa Ribera, Exekutiv-Vizepräsidentin der Kommission für einen sauberen, fairen und wettbewerbsfähigen Übergang, erklärte: „Die heutige Genehmigung der Förderung Deutschlands für vier neue Projekte in der Halbleiter-Wertschöpfungskette zeigt, dass Europa die Ziele des EU-Chip-Gesetzes in die Tat umsetzt.“ Sie fügte hinzu: „Wenn wir Innovationen im Halbleiterbereich unterstützen, stärken wir damit unsere technologische Souveränität und die Wettbewerbsfähigkeit Europas.“

Bereits Anfang 2025 hatte die EU 227 Millionen Euro für eine österreichische Chipfabrik bewilligt, die optische Sensoren, LEDs, Laser (inklusive LIDAR) und CMOS-ICs produziert. Die neuen deutschen Projekte sind Teil einer Reihe von Förderungen, die unter dem 2023 verabschiedeten EU-Chip-Gesetz möglich wurden.

Quellen

  1. heise online – EU-Kommission genehmigt deutsche Millionenförderung neuer Halbleiteranlagen