Unterirdischer Brand bei Meuselwitz: LMBV plant 4-Kilometer-Pipeline zur Flutung
Seit Ende Juni brennt es unter einer ehemaligen Tagebaufläche nahe Meuselwitz. Nachdem Hubschrauber-Abwürfe wirkungslos blieben, will die LMBV nun mit einer Pipeline das Areal fluten – doch die Genehmigungen fehlen noch.
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Seit dem 27. Juni 2026 glüht unter einer ehemaligen Tagebaufläche in Thüringen der Boden. Auf dem Kohletrübebecken I im früheren Tagebaugebiet Rusendorf, zwischen Meuselwitz, Mumsdorf und Falkenhain im Altenburger Land, schwelt ein unterirdischer Brand. Die betroffene Fläche umfasst rund acht Hektar.
Als wahrscheinliche Ursache gelten Bäume, die im Bereich einer Hochspannungsleitung Feuer fingen; abschließend bestätigt ist dies jedoch nicht. Anders als bei einem klassischen Flözbrand liegen die Brandnester in kohlehaltigen Ablagerungen eines früheren Absetzbeckens, das die Mibrag bis 2013 zur Ascheeinspülung nutzte. Die Glutnester befinden sich bis zu etwa 0,5 Meter tief.
Seit dem 3. Juli ist die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) für das Gelände zuständig. Ein erster Löschversuch mit einem Hubschrauber vom 10. bis 12. Juli blieb ohne nachhaltigen Erfolg. Bis zu acht Flugstunden pro Tag wurden geflogen, dabei rund 160.000 Liter Wasser pro Tag aus dem Restloch Zipsendorf abgeworfen. Wärmebilder von Drohnen zeigten jedoch, dass das Wasser lediglich das Oberflächenmaterial aufwirbelte, die tieferen Brandzonen aber nicht erreichte. Ein weiterer Hubschraubereinsatz ist nicht geplant.
Nun setzt die LMBV auf eine andere Strategie: Zwei provisorische Rohrleitungen sollen vom Restloch Zipsendorf zum Kohletrübebecken verlegt werden, auf einer Trasse von etwa vier Kilometern. Die geplante Förderleistung beider Leitungen zusammen beträgt bis zu 560 Kubikmeter Wasser pro Stunde. Die Bewässerung soll bis zu 20 Tage dauern, mit dem Ziel, Wasser tief und gleichmäßig in die Ablagerungen eindringen zu lassen, das Material abzukühlen und den Luftzutritt zu verringern.
Allerdings sind noch Hürden zu überwinden: Die LMBV benötigt Zustimmungen von rund 30 Flächeneigentümern, und die Leitungen müssen eine Bahntrasse sowie eine Kreisstraße queren. Das öffentliche Netz der Stadt Meuselwitz liefert nur etwa 60 Kubikmeter Wasser pro Stunde – für die geplante Flutung völlig unzureichend. Parallel bereitet die LMBV daher einen Brunnen in der Nähe des Kohletrübebeckens vor, um die Wasserversorgung längerfristig zu sichern.
Bis dahin bekämpfen Sprinkleranlagen einzelne Brandherde und verringern die Rauchentwicklung; den Brand vollständig stoppen können sie nicht. Zudem wurde eine Brandschutzschneise von zehn auf 30 Meter verbreitert, sie ist rund einen Kilometer lang. Zusätzlich wurde eine Furche bis zu 1,60 Meter Tiefe ausgehoben und mit Wasser und Netzmitteln gefüllt.