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Politik & Gesellschaft

Twitch teilt Streamer-Daten standardmäßig mit Amazon für KI-Training

Twitch aktiviert standardmäßig die Weitergabe von Nutzerdaten an Amazon für KI-Training. Die Community kritisiert fehlende Zustimmung.

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus mehreren Quellen entworfen und vor der Veröffentlichung von einer Redakteurin/einem Redakteur geprüft und freigegeben.

Twitch weitet die Datennutzung für künstliche Intelligenz aus: Die Plattform wird künftig standardmäßig Inhalte von Streamern an das Mutterunternehmen Amazon weitergeben, um dort KI-Modelle zu trainieren. Das gab Twitch am Mittwoch in einem Beitrag auf der Plattform X bekannt. Betroffen sind nach Unternehmensangaben Live-Audio, Texte, Bilder und weitere Inhalte aus den Kanälen der Nutzerinnen und Nutzer. Die Weitergabe erfolgt automatisch, sofern die Betroffenen nicht aktiv widersprechen.

Twitch-Chefproduktmanager Mike Minton äußerte sich während eines Live-Chats am selben Tag zu der Entscheidung. Auf die Frage, warum die Datenweitergabe nicht als Opt-in-Modell gestaltet sei, sagte Minton: „Eine ehrliche Antwort ist: Wenn es Opt-in wäre, würde niemand Opt-in wählen." Er fügte hinzu: „Es wird standardmäßig aktiviert sein, und in fast jedem Content-Dienst der Welt ist es standardmäßig aktiviert." Minton räumte zugleich ein: „Ich weiß, dass es die Community sehr verärgert, aber das ist die Situation, in der wir uns befinden."

Die Ankündigung stößt in der Twitch-Community auf scharfe Kritik. Ein Nutzer auf X kommentierte: „Menschen standardmäßig zu Opt-in zu machen, ist keine Zustimmung." Ein anderer Nutzer forderte: „Bezahlt uns für unsere Dienste mit diesem KI-Training." Die Kritik richtet sich vor allem gegen das Prinzip der automatischen Aktivierung, das viele als Verletzung der informationellen Selbstbestimmung betrachten.

Twitch ist mit der Praxis nicht allein: Auch Meta, der Mutterkonzern von Facebook und Instagram, hatte im vergangenen Jahr angekündigt, alle öffentlichen Kommentare auf seinen Plattformen – mit Ausnahme von WhatsApp – für das Training von KI-Modellen zu nutzen, sofern die Nutzer nicht widersprechen. Damit setzt sich ein Trend fort, bei dem Unternehmen Daten standardmäßig für KI-Zwecke verwenden und die Verantwortung für den Widerspruch den Nutzern überlassen.

Die konkreten Auswirkungen der neuen Twitch-Regelung sind noch unklar. Offen bleibt etwa, welche KI-Modelle mit den Daten trainiert werden und ob die Inhalte auch für andere Amazon-Dienste verwendet werden. Twitch hat bislang keine Details zu den technischen Abläufen oder zum Umfang der Datennutzung genannt. Die Plattform verweist lediglich auf die Möglichkeit des Opt-outs, ohne zu erläutern, wie lange die Daten nach einem Widerspruch gespeichert bleiben.

Die Entscheidung von Twitch zeigt, wie weitreichend die Nutzung von Nutzerdaten für KI-Training inzwischen geworden ist. Während die Plattform argumentiert, dass die automatische Aktivierung dem Branchenstandard entspreche, sehen viele Nutzer darin einen Eingriff in ihre Privatsphäre. Die Debatte dürfte anhalten, solange Unternehmen die Zustimmung der Nutzer als optional betrachten.

Quellen

  1. Tech Xplore – Twitch sparks gamers' wrath with Amazon AI sharing deal