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Energie & Industrie

Trotz schrumpfendem PPA-Markt: Energiekontor, EHA und dm schließen Zehnjahresvertrag für Solarpark in Bayern

Energiekontor, die EHA Energie-Handels-Gesellschaft und dm-drogerie markt haben einen zehnjährigen Stromabnahmevertrag für einen Solarpark in Bayern unterzeichnet, der ohne EEG-Förderung auskommt.

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Energiekontor, die EHA Energie-Handels-Gesellschaft und der Drogeriekonzern dm-drogerie markt haben am 22. Juli 2026 einen zehnjährigen Stromabnahmevertrag (PPA) für den Solarpark Kolitzheim-Herlheim in Bayern unterzeichnet. Die Anlage im Landkreis Schweinfurt soll eine installierte Leistung von rund 11 MWp haben und ab dem ersten Halbjahr 2027 Strom liefern. Der erwartete durchschnittliche Jahresertrag liegt bei mehr als 13 GWh, was einer jährlichen CO₂-Einsparung von etwa 9.000 Tonnen entspricht.

Das Besondere an diesem Projekt: Der Solarpark wird ohne finanzielle Unterstützung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) errichtet. Energiekontor übernimmt die Entwicklung und den Bau, während die EHA die physische PPA-Strukturierung und das Bilanzkreismanagement verantwortet. Die EHA, eine Tochter der REWE Group mit Sitz in Hamburg, beschafft Strom und Gas für Kunden aus den Bereichen Einzelhandel, Hotellerie, Logistik und Telekommunikation.

Peter Szabo, Vorstandsvorsitzender von Energiekontor, sagte: „Der Abschluss dieses PPAs zeigt, dass hochwertige Solarprojekte in Deutschland auch ohne staatliche Förderung wirtschaftlich realisiert werden können.“ Jan-Oliver Heidrich, Geschäftsführer der EHA, ergänzte: „Gerade in einem aktuell anspruchsvollen Marktumfeld zeigen wir mit diesem Projekt, dass man mit verlässlichen Partnern und einem klaren Blick auf das Machbare konkrete Fortschritte erzielen kann.“ Markus Trojansky, bei dm für Expansion zuständig, betonte: „Die langfristige Sicherung von Grünstrom aus zusätzlichen erneuerbaren Erzeugungskapazitäten ist ein wesentlicher Bestandteil unserer zukunftsfähigen Unternehmensstrategie.“

Der Abschluss kommt in einem schwierigen Marktumfeld zustande: Laut einer Analyse der Deutschen Energie-Agentur (dena) ist der deutsche PPA-Markt zuletzt deutlich geschrumpft. Wurden 2023 noch Verträge mit einer Gesamtleistung von 3,8 GW abgeschlossen, sank das Volumen 2024 auf 2,2 GW. 2025 wurden nur noch 27 PPA- und Speicherverträge mit insgesamt 1,3 GW registriert. Deutschland belegte damit im europäischen Ranking hinter Spanien, Italien und Polen den vierten Platz. Besonders das Solar-PPA-Segment war betroffen, das unter niedrigen Capture-Raten, zunehmenden Negativpreisstunden und einer geringeren Nachfrage von Unternehmen litt.

Energiekontor verfügt nach eigenen Angaben derzeit über eine Projektpipeline von rund 11,2 GW.

Quellen

  1. IWR-Nachrichten Windenergie – Trotz rückläufigem PPA-Markt: Energiekontor, EHA und dm schließen 10-jährigen Solarstromvertrag für PV-Park in Bayern