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Gesundheit & Biotech

Telemedizin und Telemonitoring: Schlüsseltechnologien für das deutsche Gesundheitssystem

Telemedizin und Telemonitoring könnten das deutsche Gesundheitssystem entlasten – einer McKinsey-Studie zufolge sind jährliche Einsparungen von 4,3 Milliarden Euro möglich.

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus mehreren Quellen entworfen und vor der Veröffentlichung von einer Redakteurin/einem Redakteur geprüft und freigegeben.

Angesichts des demografischen Wandels und des zunehmenden Personalmangels rücken Telemedizin und Telemonitoring als Lösungen für das deutsche Gesundheitssystem in den Fokus. Eine aktuelle Analyse der Unternehmensberatung McKinsey & Company beziffert das jährliche Einsparpotenzial durch Telemonitoring auf 4,3 Milliarden Euro. Diese Summe ergibt sich vor allem aus weniger Krankenhauseinweisungen, kürzeren Aufenthalten und einer Verlagerung hin zur ambulanten Versorgung.

Der Bedarf ist drastisch: Schätzungen zufolge werden bis 2035 rund 11.000 Hausarztstellen in Deutschland unbesetzt bleiben. In fast 40 Prozent der deutschen Kreise droht bis dahin eine Unterversorgung oder eine gefährdete Versorgung mit Allgemeinmedizinern. Besonders betroffen sind ländliche Gebiete.

Telemedizin umfasst die Fernversorgung von Patienten per Telefon, Video oder Chat – von der Diagnose über die Beratung bis zur Therapie. Beim Telekonsil tauschen sich Ärzte und Fachpersonal zu konkreten Fällen aus. Telemonitoring wiederum erlaubt die ferngesteuerte Überwachung von Vitalparametern wie Blutdruck, Puls oder Gewicht: Sensoren senden die Daten automatisch an medizinisches Personal, das bei Auffälligkeiten schnell reagieren kann. Künftig sollen noch mehr Vitaldaten erfasst und mit Künstlicher Intelligenz ausgewertet werden, um das Personal zu entlasten.

Konkrete Beispiele zeigen, wie die Technik bereits heute funktioniert. In der Telekardiologie erhalten jährlich über 130.000 Patienten in Deutschland ein Herzimplantat wie einen Schrittmacher oder Defibrillator. Nach dem Eingriff kann der technische Zustand des Implantats per Fernabfrage kontrolliert werden. Dies erspart den Patienten körperliche Nachsorgetermine und erhöht das Sicherheitsgefühl, da Störungen früh erkannt werden.

Ein weiteres Beispiel ist der dermatologische Dienst OnlineDoctor, der seit 2019 in Deutschland verfügbar ist. Patienten schildern über eine Browser-App ihre Symptome und laden Bilder hoch. Ein strukturierter digitaler Anamnesebogen ergänzt die Angaben. Die Daten werden an rund 850 teilnehmende Hautärzte weitergeleitet, die innerhalb von 48 Stunden Rückmeldung geben. Nach Angaben des Dienstes lassen sich 85 Prozent der Anfragen rein digital mit Diagnose und Therapieempfehlung inklusive E-Rezept klären. Die restlichen 15 Prozent werden an eine Praxis verwiesen, wenn eine digitale Einschätzung nicht möglich ist oder der Verdacht auf eine ernste Erkrankung besteht.

Für Ärzte bieten die vorstrukturierten Daten und flexiblen Antwortzeiten Vorteile: Einfache und kritische Fälle ließen sich effizienter bearbeiten, wodurch mehr Zeit für komplexe Fälle bleibe. Patienten profitierten von einer Beurteilung innerhalb weniger Stunden, ohne lange Wartezeiten, und könnten die schriftliche Diagnose jederzeit einsehen. Die niedrige Hemmschwelle führe zudem dazu, dass Betroffene früher Hilfe suchten.

Quellen

  1. BV Med – Telemedizin und Telemonitoring: Bausteine für eine bessere Gesundheitsversorgung