Telekom testet erstmals nahtlosen Wechsel zweier Flugantennen
Deutsche Telekom und Partner haben in Tschechien erstmals zwei fliegende Mobilfunkantennen im nahtlosen Wechselbetrieb getestet – ein Schritt Richtung Rund-um-die-Uhr-Versorgung aus der Luft.
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Die Deutsche Telekom hat zusammen mit T-Mobile Tschechien und Primoco UAV erstmals zwei fliegende Mobilfunkantennen im nahtlosen Wechselbetrieb getestet. Der Feldversuch fand am 5. August 2026 beim Trailrunning-Event Běhej lesy im Landschaftsschutzgebiet Brdy statt. Zwei unbemannte Flugzeuge vom Typ Primoco One 150 versorgten dabei eine Fläche von bis zu 20 Quadratkilometern aus einer Höhe von zwei bis drei Kilometern mit LTE und 5G.
Die Flugantennen nutzten dieselben Standardfrequenzen wie terrestrische Netze und erreichten eine Datenrate von etwa 100 Mbit/s über einen 10-MHz-Kanal. Die Smartphones der rund 1.900 Teilnehmer benötigten keine spezielle Satellitenhardware. Während des Wechsels zwischen den beiden Antennen verbunden sich die Geräte automatisch mit der aktiven Zelle, Anrufe und Datenübertragung liefen ohne Unterbrechung weiter.
Ladislav Semetkovský, CEO von Primoco UAV, erklärte den Vorteil des Zweiflugzeug-Konzepts: „Der Vorteil von zwei Flugzeugen ist, dass die Abdeckung kontinuierlich bleibt, während eines am Boden betankt wird.“ Jaroslav Holiš, Senior Manager Research & Trials bei der Deutschen Telekom, nannte als Ziel „eine resiliente Mobilfunkabdeckung für besondere Situationen“.
Die Satellitenverbindung an Bord ersetzte die Anbindung über eine Bodenstation. Die Flugzeuge konnten direkt mit dem Mobilfunk-Kernnetz kommunizieren. Möglich seien Einsätze bei Waldbränden, Überschwemmungen oder Großveranstaltungen in abgelegenen Regionen, so das Unternehmen. Die Telekom hat Verträge mit Starlink und arbeitet nach eigenen Angaben an satellitengestützter Mobilfunkabdeckung mit Direct-to-Device in Europa, nachdem solche Dienste in den USA eingeführt wurden.
Bereits Anfang 2025 hatten die Telekom, T-Mobile Tschechien und Primoco UAV eine Mobilfunkstation in einem unbemannten Flugzeug beim Skilanglaufrennen Jizerská 50 eingesetzt. Damals war die Abdeckung auf vier Stunden begrenzt. Mit dem Wechselbetrieb ist eine rund um die Uhr mögliche Versorgung aus der Luft theoretisch erreichbar, sofern mindestens zwei Flugzeuge abwechselnd starten, landen und betankt werden. Die Telekom machte keine Angaben zur Flugdauer pro Flugzeug oder zur Dauer des Handovers in diesem Test.
Frühere Demonstrationen aus dem Jahr 2025 erreichten bis zu 200 Mbit/s im Downlink und 75 Mbit/s im Uplink sowie eine Kapazität für maximal 1.200 gleichzeitige Nutzer – für den aktuellen Test wurden diese Werte nicht bestätigt. Die Technologie unterscheidet sich grundlegend vom Direct-to-Device-Ansatz: Hier ist eine gewöhnliche Mobilfunkbasisstation im Flugzeug verbaut, nur die Anbindung ans Kernnetz läuft über Satellit.
Zu möglichen Einsatzszenarien zählen Naturkatastrophen, bei denen Masten beschädigt sind oder keine Abdeckung existiert. Die Netzkapazität könne priorisiert für Einsatzkräfte bereitgestellt werden, zudem sei eine temporäre Versorgung von Veranstaltungen in abgelegenen Gebieten denkbar. Einen Termin für den regulären kommerziellen Betrieb sowie Kosteninformationen nannte die Telekom nicht.