EN·DE
Netzwerk & Telekommunikation·Deutschland

Telekom migriert 1,3 Millionen Analoganschlüsse auf LTE

Die Telekom stellt die letzten 1,3 Millionen reinen Telefonanschlüsse von MSAN-POTS auf moderne Technik um. Eine Telefon-Box soll das Festnetztelefon per LTE erhalten – doch Sonderfunktionen wie Hausnotruf könnten ausfallen.

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus mehreren Quellen entworfen und vor der Veröffentlichung von einer Redakteurin/einem Redakteur geprüft und freigegeben.

Die Telekom hat am 12. August 2026 angekündigt, ihre letzten rund 1,3 Millionen reinen Telefonanschlüsse von der veralteten MSAN-POTS-Technik auf moderne Übertragungswege umzustellen. Betroffen sind Kunden, die bislang ausschließlich analog telefonieren und keinen Internetzugang nutzen. Je nach Verfügbarkeit vor Ort sollen die Anschlüsse künftig über Mobilfunk, Glasfaser oder DSL realisiert werden, wie das Unternehmen mitteilte.

Für viele dieser Bestandskunden bringt die Umstellung eine neue Hardware ins Haus: die Telefon-Box „Call Connect via Funk“. Das Gerät, das die Telekom selbst herstellt, wird an die Steckdose angeschlossen und stellt über LTE/4G eine Verbindung zum Mobilfunknetz her – ganz ohne SIM-Karte. Das vorhandene Telefon wird über den mittleren TAE-Stecker der Box angeschlossen, sodass die meisten Geräte weiterverwendet werden können. Die Rufnummer wird automatisch übernommen, und die Einrichtung soll in der Regel nur etwa 15 Minuten dauern.

Nach Angaben des Unternehmens können Kunden mit der Box weiterhin unter ihrer bisherigen Festnetznummer Anrufe tätigen und empfangen. Neu sind die Tarife „Call Basic via Funk“ für 22,95 Euro pro Monat mit 120 Freiminuten sowie „Call Comfort via Funk“ für 32,45 Euro pro Monat mit einer Flatrate ins deutsche Festnetz. Beide Tarife beinhalten ausdrücklich keinen Internetzugang. Für die Telefon-Box fallen entweder 3,95 Euro monatliche Miete oder ein einmaliger Kaufpreis von 99,99 Euro an. Branchenkenner ordnen die Preise als oberes Segment für reine Sprachanschlüsse über Mobilfunk ein.

Die Umstellung betrifft nicht nur das Telefonieren selbst: Vor der Migration prüft die Telekom die verfügbare Technik und die angeschlossenen Geräte. Besondere Aufmerksamkeit gilt Hausnotrufsystemen und Alarmanlagen, die an der klassischen Telefonleitung hängen. Kunden werden aufgefordert, die Funktionsfähigkeit solcher Dienste mit ihrem jeweiligen Anbieter zu klären. Auch andere Geräte, die die klassische Leitung nutzen, sollten vor der Umstellung überprüft werden. Ausdrücklich weist die Telekom darauf hin, dass Sonderdienste wie Hausnotruf, Alarmanlagen oder andere angeschlossene Geräte nach der Migration möglicherweise nicht mehr funktionieren.

Hintergrund der Aktion ist die schrittweise Abschaltung der älteren Zugangstechnik. Niels Hafenrichter, verantwortlich bei der Telekom, erklärte: „MSAN-POTS diente als Übergangslösung für Kunden, die rein analog telefonieren möchten und keinen Internetanschluss oder DSL-Router benötigen.“ Das Festnetz selbst ist bereits seit 2020 komplett IP-basiert – alle Dienste laufen seither über die IP-Ebene im Kernnetz und auf der Vermittlungsebene. Mit der Umstellung der letzten Analoganschlüsse verschwindet die klassische Telefonleitung im Festnetz für die betroffenen Kunden endgültig; Telefon und Rufnummer bleiben erhalten, nur der Übertragungsweg wechselt auf Mobilfunk.

Quellen

  1. Golem.de – Telefon-Box: Telekom ersetzt analoge Festnetznutzung durch LTE
  2. ComputerBase – Telefon-Box: Telekom ersetzt Festnetzleitung durch LTE