Studie: Schwimmende Windkraft im Mittelmeer braucht vor allem stabile Regeln und Infrastruktur
Eine neue Untersuchung des Politecnico di Torino und Wind Europe zeigt: Für den Erfolg von Floating-Wind-Projekten im Mittelmeer sind weniger technische Hürden als vielmehr verlässliche Regulierung, Netzanschlüsse und Häfen entscheidend.
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Eine gemeinsame Studie des MOREnergy Lab am Politecnico di Torino und des Branchenverbands Wind Europe beleuchtet die Bedingungen für den Ausbau schwimmender Windenergieanlagen im Mittelmeerraum. Die Arbeit trägt den Titel „Potentials and challenges of floating wind in the Mediterranean Sea: a joint industrial and academic perspective“ und ist am 17. Juli 2026 im Fachjournal Renewable and Sustainable Energy Reviews erschienen.
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass der technologische Fortschritt allein nicht ausreicht. Vielmehr seien stabile regulatorische Rahmenbedingungen wie Genehmigungsverfahren, Auktionsregeln und der Zugang zum Stromnetz von zentraler Bedeutung. Auch die Verfügbarkeit und Kapazität von Netzanschlüssen beeinflusse maßgeblich die Kosten, die Zeitpläne und die Wirtschaftlichkeit der Vorhaben.
Hinzu kommen laut Studie die Hafeninfrastruktur, ausreichende Produktionskapazitäten, eine leistungsfähige Logistik, qualifizierte Fachkräfte, ein systematisches Umweltmonitoring sowie ein frühzeitiger Dialog mit den lokalen Gemeinschaften. Risikominderungsinstrumente und vorhersagbare Zeitabläufe werden ebenfalls als kritische Erfolgsfaktoren genannt.
„Wir benötigen auch die richtigen Rahmenbedingungen: Planung, klare Regulierung, Hafeninfrastruktur, Expertise und eine industrielle Lieferkette, die mit den Projekten wachsen kann“, sagte Professorin Giuliana Mattiazzo vom MOREnergy Lab, eine der Koautorinnen der Studie.
Malgosia Bartosik, stellvertretende Geschäftsführerin von Wind Europe, ergänzte: „Vorhersehbare Regulierung, koordinierte Netzplanung, die richtige Hafeninfrastruktur und eine einsatzbereite Lieferkette sind allesamt notwendig, um Projekte glaubwürdig, finanzierbar und realisierbar zu machen.“