Schweden stellt Offshore-Wind auf Auktionssystem um – elf Projekte abgelehnt
Die schwedische Regierung hat elf Offshore-Windprojekte abgelehnt und kündigt einen Systemwechsel an: Künftig sollen Flächen per Auktion vergeben werden. Betroffen sind unter anderem zwei Großprojekte von Eolus.
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Die schwedische Regierung hat am 16. Juli 2026 eine zweite Welle von Offshore-Windprojekten abgelehnt. Von 13 eingereichten Vorhaben erhielten nur zwei eine Genehmigung, elf wurden zurückgewiesen. Als Begründung führte die Regierung an, dass die Projekte mit den Belangen der Landesverteidigung nicht vereinbar seien.
Zu den abgelehnten Projekten zählen die beiden Windparks Västvind und Najaderna des Entwicklers Eolus. Västvind sollte vor Göteborg entstehen, Najaderna vor der Küste von Gävle und Tierp. Beide Anlagen waren jeweils für eine Leistung von rund 1.000 Megawatt ausgelegt.
Gleichzeitig mit der Entscheidung kündigte die Regierung einen Systemwechsel an: Statt des bisher offenen Antragsverfahrens wird künftig ein Auktionssystem für Offshore-Windprojekte eingeführt. Die Regierung will zunächst geeignete Flächen ausweisen, die Verteidigungs-, Schifffahrts-, Fischerei- und Umweltinteressen berücksichtigen. Anschließend können Unternehmen in Auktionen um die Bau- und Betriebsrechte bieten.
Nach Angaben der Regierung sind damit alle Offshore-Windanträge aus der laufenden Legislaturperiode abschließend bearbeitet. Bereits zuvor hatte Stockholm in dieser Legislaturperiode drei Projekte genehmigt: Vattenfalls 1,2-Gigawatt-Windpark Kattegat Syd, den 400-Megawatt-Park Galatea-Galene von OX2 und Ingka Investments sowie den Windpark Poseidon vor Stenungsund.
Eolus-CEO Per Witalisson äußerte sich enttäuscht: „Wir bedauern die Entscheidungen der Regierung. Wir werden die Entscheidungen und ihre Konsequenzen nun sorgfältig analysieren.“ Mit Blick auf Västvind sagte er: „Västvind hat einzigartig starke Unterstützung in Westschweden, mit dem Hafen Göteborg als Miteigentümer und einer unterzeichneten Absichtserklärung mit Volvo Cars für den Kauf eines wesentlichen Anteils des erzeugten Stroms. Das sind Beweise für die Bedeutung des Projekts für das Wachstum der Region, und wir sind natürlich sehr enttäuscht, dass die Regierung dies nicht berücksichtigt hat.“
Die finanziellen Auswirkungen für Eolus sind zunächst begrenzt. Zum 30. Juni 2026 hatte das Unternehmen für Västvind Kosten in Höhe von rund 48 Millionen Schwedischen Kronen (etwa 4,3 Millionen Euro) aktiviert, für Najaderna und andere Offshore-Projekte dagegen keine. An der Nasdaq Stockholm fiel die Eolus-Aktie am Tag der Bekanntgabe um etwa drei Prozent.
Für Eolus ist es bereits die zweite Ablehnungswelle: Im November 2024 waren in einer ersten Welle 13 Projekte abgelehnt worden, darunter die Eolus-Vorhaben Arkona und Skidbladner. Eolus hat seinen Hauptsitz in Hässleholm.