Saaletalbrücke: Höchste Brücke Sachsen-Anhalts soll Ende 2026 eröffnet werden
Nach vier Jahren Bauzeit steht die Saaletalbrücke kurz vor der Fertigstellung. Die höchste Brücke Sachsen-Anhalts verbindet Bad Kösen und Großheringen und besticht durch eine hybride Bauweise ohne Dehnfugen.
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Die Saaletalbrücke, das höchste Brückenbauwerk in Sachsen-Anhalt, soll planmäßig Ende 2026 für den Verkehr freigegeben werden. Das berichtet die zuständige Bauverwaltung. Die Bauarbeiten an dem 1226 Meter langen und bis zu 60 Meter hohen Bauwerk hatten im März 2022 begonnen.
Die Brücke ist Teil der 13,3 Kilometer langen Ortsumgehung Bad Kösen (B87) und verbindet den Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt mit dem Weimarer Land in Thüringen. Sie überspannt die Saale, ein FFH-Schutzgebiet, sowie mehrere Bahnlinien, die Landesstraße L203 und zahlreiche landwirtschaftliche Wege. Die Kosten belaufen sich auf rund 72 Millionen Euro.
Besonders ist die Konstruktionsweise: Die Brücke vereint einen Stahlverbund-Hohlkasten, der im Taktschiebeverfahren von den Widerlagern aus eingeschoben wurde, mit einem 320 Meter langen Abschnitt aus Spannbeton, der im Freivorbau über die Saale errichtet wurde. Die beiden Bauweisen sind in hybriden Zonen ohne Dehnfugen monolithisch miteinander verbunden – eine seltene Technik. Während der Arbeiten an diesen Übergängen kamen bis zu 50 Meter hohe temporäre Stahlstützen zum Einsatz.
Die Brücke besteht aus 15 Feldern und 14 Stützachsen, wobei Doppelstützen zu insgesamt 16 einzelnen Pfeilerschäften führen. Die Hauptöffnung über die Saale misst 130 Meter, die angrenzenden Spannweiten jeweils rund 100 Meter. Der Stahlkasten hat einen Querschnitt von 5,50 Metern Breite und 3,80 Metern Höhe. Beim Freivorbau wurden beidseits 14 Segmente mit einer Standardlänge von 5,75 Metern betoniert. Die Höhe des Hohlkastens variiert: Über den Doppelstützen beträgt sie rund acht Meter, an den Schließstellen etwa vier Meter. Die Brücke weist Längsneigungen von bis zu sechs Prozent sowie variable Kurvenradien und Querneigungen zwischen 2,5 und sechs Prozent auf.
Um die Umwelt zu schonen, wurden Fledermausquerungshilfen und Windschutzwände installiert. Bereits am 22. Juli 2026 wurde der erste Abschnitt der B87n-Umgehung auf 450 Metern Länge bei Taugwitz eröffnet.