RWE baut 470-MWh-Batteriespeicher im Tagebau Hambach
RWE errichtet auf dem Gelände des ehemaligen Braunkohletagebaus Hambach einen Großspeicher mit 236 MW und 470 MWh. Die Inbetriebnahme ist für 2027 geplant.
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RWE treibt den Umbau des Rheinischen Reviers weiter voran: Auf dem Areal des früheren Braunkohletagebaus Hambach entsteht ein Batteriespeicher mit einer Leistung von 236 Megawatt und einer Kapazität von 470 Megawattstunden. Die vorbereitenden Arbeiten begannen Ende 2025, die erste von 128 Lithium-Ionen-Batteriecontainern ist bereits angeliefert. Das rund drei Hektar große Projekt soll 2027 ans Netz gehen.
„Auch die Anlage in Hambach ist ein starker Partner von Wind und Sonne. Sie wird Ungleichgewichte im Stromnetz in Sekundenbruchteilen ausgleichen“, sagte Nikolaus Valerius, Vorstandsvorsitzender der RWE Generation. Bereits jetzt betreibt RWE am Standort drei Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 50 Megawatt Wechselrichterleistung sowie einen Batteriespeicher mit 4,1 MW und 8,1 MWh. In der nahegelegenen Manheimer Bucht entstehen zudem ein Solarpark mit 14,8 MWac und ein weiterer Speicher mit 80 MWh.
Weltweit hat RWE Batteriespeicher mit einer Leistung von 1,7 Gigawatt in Betrieb, verteilt auf die USA, Europa und Australien. Weitere 2,5 GW sind im Bau, davon rund 1,7 GW in Deutschland. Der Hambacher Speicher ist Teil des 2022 geschlossenen Gigawattpakts, mit dem Land, Kommunen und Energieunternehmen den Strukturwandel im Rheinischen Revier vorantreiben.
Die installierte erneuerbare Leistung im Revier liegt inzwischen bei rund 4,5 Gigawatt – fast doppelt so viel wie Ende 2020. Das ursprünglich für 2028 anvisierte Ziel von fünf Gigawatt könnte nach Einschätzung des NRW-Wirtschaftsministeriums bereits Anfang 2027 erreicht werden. Für den Wandel der Region stellt der Bund insgesamt bis zu 14,8 Milliarden Euro bereit; von 708 genehmigten Projekten sind rund 3,1 Milliarden Euro bewilligt.
NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur besuchte Mitte Juli 2026 im Rahmen einer Gigawattpakt-Tour mehrere Unternehmen und bezeichnete das Bündnis als „eine echte Erfolgsgeschichte“. Der Ausbau der Speicherinfrastruktur ist Teil eines bundesweiten Trends: Nach einer Auswertung des IWR auf Basis des Marktstammdatenregisters erreichte die installierte Batteriespeicherleistung in Deutschland im ersten Halbjahr 2026 rund 18.483 Megawatt. Nordrhein-Westfalen lag mit rund 1.179 Megawattstunden neu installierter Speicherkapazität an der Spitze aller Bundesländer.