Repowering in Ingstetten: 42 Megawatt für die Schwäbische Alb
Qualitas Energy ersetzt fünf alte Windräder bei Ingstetten durch sechs moderne Enercon-Anlagen. Das Projekt zeigt, wie weit Baden-Württemberg bei der Windenergie noch hinterherhinkt.
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Mit einem Spatenstich am 29. Juli 2026 hat Qualitas Energy den Umbau des Windparks Ingstetten auf der Schwäbischen Alb gestartet. Rund 35 Kilometer südwestlich von Ulm werden fünf alte Anlagen des Typs NEG Micon NM 48 abgebaut. An ihre Stelle treten sechs neue Enercon-E-175-Turbinen, die jeweils sieben Megawatt leisten. Insgesamt kommt der Park damit auf 42 Megawatt. Die Fertigstellung ist für Ende 2027 geplant, der erzeugte Strom soll rechnerisch etwa 28.000 Haushalte im Jahr versorgen.
Beim symbolischen Baubeginn waren unter anderem der Landtagsabgeordnete Michael Joukov, Vertreter des Schelklinger Bürgermeisters und Ingstettens Bürgermeister Dieter Schmucker anwesend. Johannes Overbeck, Geschäftsführer von Qualitas Energy Deutschland, nannte den Start einen wichtigen Schritt für die Windenergie-Plattform des Unternehmens in Deutschland. Projektmanager Christopher Koller betonte, dass die modernen Anlagen die Effizienz deutlich erhöhen und die Windressourcen besser ausschöpfen.
Die Geschichte des Projekts ist ungewöhnlich: Ursprünglich war Ingstetten eine Kooperation zwischen EnBW Windkraftprojekte und Qualitas Energy, wobei EnBW zwei der sechs Anlagen plante. Im Juni 2025 erhielten beide Firmen die Genehmigungen, anschließend verkaufte EnBW ihre Rechte an Qualitas Energy. Bereits im August 2025 sicherte sich Qualitas Energy Zuschläge für die ersten drei Turbinen in einem Paket, zu dem auch ein Repowering in Nordrhein-Westfalen gehörte.
Der neue Enercon E-175 EP5 E2 ist laut Hersteller seit 2026 verfügbar und für Schwach- und Mittelwindstandorte konzipiert. Das Projekt unterstreicht den Nachholbedarf Baden-Württembergs: Ende Juni 2026 waren im Land laut IWR rund 2.250 Megawatt Windleistung installiert, das Ziel für 2040 liegt bei etwa 12.000 Megawatt. Im ersten Halbjahr 2026 kamen nur 168,7 Megawatt hinzu, Platz fünf unter den Flächenländern. Die 42 Megawatt aus Ingstetten entsprechen laut PEE BW etwa sieben Prozent des jährlich nötigen Zubaus von rund 600 Megawatt.
Die Politik reagiert: Bayern und Baden-Württemberg haben im Bundesrat beantragt, das jährliche Ausschreibungsvolumen von 10.000 auf 14.000 Megawatt zu erhöhen und ein Süddeutschland-Segment mit mindestens 20 Prozent des Volumens einzuführen. Jürgen Scheurer von der PEE BW fordert zusätzlich 10.000 Megawatt exklusiv für den Süden. Umweltministerin Thekla Walker betonte: „Wir brauchen Windenergie auch im Süden für unsere Klimaziele und für die Versorgung der industriellen Zentren mit günstiger, heimisch produzierter Energie.“