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Erneuerbare Energie·Österreich

Agri-PV in Österreich und Deutschland: Doppelnutzung von Acker und Solarstrom wächst

Von der ersten direkten Bahnstrom-Einspeisung in Donnerskirchen bis zu kommunalen Konflikten in Laage: Agri-PV-Projekte in Österreich und Deutschland zeigen, wie Landwirtschaft und Solarstrom zunehmend zusammengeführt werden.

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus mehreren Quellen entworfen und vor der Veröffentlichung von einer Redakteurin/einem Redakteur geprüft und freigegeben.

Infografik über wachsende Agri-PV-Projekte in Österreich und Deutschland, darunter die erste direkte Bahnstrom-Einspeisung in Donnerskirchen. ERNEUERBARE ENERGIE · 08.08.2026 Agri-PV wächst in Österreich und Deutschland: Doppelnutzung von Acker und Solar Donnerskirchen speist weltweit erstmals Solarstrom direkt ins ÖBB-Bahnnetz Güssing: 80.000 bewegliche Paneele auf 120 Hektar, 50 GWh pro Jahr geplant Laage: 35 MWp auf 60 Hektar, 96 Prozent der Fläche bleiben bewirtschaftbar nuntix.net · KI-generierte Grafik

Im burgenländischen Donnerskirchen speist eine Agri-PV-Anlage erstmals weltweit Solarstrom direkt in das Bahnstromnetz der ÖBB ein. Das Projekt, das die ÖBB gemeinsam mit der Burgenland Energie umgesetzt hat, steht auf einer sieben Hektar großen Landwirtschaftsfläche nahe der Pannoniabahn zwischen Eisenstadt und Neusiedl am See. Mit einer Leistung von 6,6 Megawatt erzeugt die Anlage pro Jahr rund 8,3 Gigawattstunden – genug für etwa 32.500 Zugfahrten von Wien nach Eisenstadt.

Damit der Strom ins Bahnnetz passt, wandeln Wechselrichter den Gleichstrom in Wechselstrom mit der Bahnfrequenz von 16,7 Hertz um. Die Module sind auf Trackern montiert, die der Sonne folgen; bei Feldarbeiten lassen sie sich drehen, sodass die Fläche bewirtschaftbar bleibt. Stephan Sharma, Geschäftsführer der Burgenland Energie, sagte: „Die jährlich rund acht Millionen Kilowattstunden Sonnenstrom, die die Anlage produziert, speisen wir direkt in das Bahnstromnetz ein und bewegen die ÖBB-Züge.“ Silvia Angelo, Vorständin der ÖBB-Infrastruktur, ergänzte: „Mit der Agri-PV-Anlage in Donnerskirchen setzen wir einen weiteren wichtigen Schritt auf unserem Weg zu einer noch nachhaltigeren Bahn.“

In Niederösterreich betreibt die RWA Raiffeisen Ware Austria zusammen mit Wurzers Genuss- und Erlebnishof eine Agri-PV-Anlage über einer 20 Hektar großen Beerenanpflanzung. 4.760 semitransparente Module lieferten im ersten Jahr 1,85 Millionen Kilowattstunden, knapp unter den prognostizierten 1,98 Millionen. Der Strom wird größtenteils vor Ort genutzt, ein Teil fließt über die Energiegemeinschaft Strombeeren. Landwirt Dominik Wurzer zog ein positives Fazit: „Nach dem ersten Jahr mit unserer Agri-PV-Anlage können wir ein durchwegs positives Fazit ziehen. Unsere Beeren sind sehr gut vor Unwettern und intensiver Sonneneinstrahlung geschützt, was sich in einer hervorragenden Fruchtqualität widerspiegelt.“ Sein Kollege Markus Wurzer berichtete: „Zahlreiche interessierte Gruppen und Experten haben unsere Anlage bereits besucht und wir durften bei mehreren Fachveranstaltungen über unsere Erfahrungen sprechen.“ Oliver Eisenhöld, Geschäftsfeldleiter Energie bei der RWA, betonte: „Die Agri-PV-Anlage zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial in der Verbindung von Landwirtschaft und erneuerbarer Energie steckt.“

Auch im Burgenland entsteht in Güssing ein großes Projekt: Auf 120 Hektar sollen rund 80.000 bewegliche Paneele installiert werden, die der Sonne per Zahnrad folgen und dadurch zehn Prozent mehr Strom erzeugen als herkömmliche Systeme. 25 Megawatt sind bereits am Netz, weitere 25 folgen; zusammen sollen sie jährlich 50 Gigawattstunden liefern. Ein Batteriespeicher ist ab August 2026 geplant, ebenso ein Bürgerbeteiligungsprogramm mit drei Prozent Fixverzinsung über fünf Jahre. Der Strom soll unter anderem den Heiligenkreuzer Businesspark und den Fasererzeuger Lenzing versorgen. Bis Ende 2026 soll der gesamte Park mit Speicher ans Netz gehen.

In Deutschland sorgt ein geplantes Projekt in Laage (Ortsteil Schweez, Landkreis Rostock) für Diskussionen. Auf rund 60 Hektar sollen Module in über zwei Metern Höhe aufgeständert werden, sodass der Landwirt 96 Prozent der Fläche mit dem Traktor nutzen kann. Statt Raps und Mais wird dort künftig Grünfutter angebaut, das einmal jährlich gemäht wird; den Rest des Jahres weiden Schafe. Die geplante Leistung von 35 Megawattpeak reicht für etwa 10.000 Durchschnittshaushalte. Während die Stadtvertreter das Projekt befürworteten – die Gemeinde profitiert mit rund 95.000 Euro pro Jahr aus günstigem Strom, Gewerbesteuer, Solar-Prämie und Konzessionszahlungen – lehnt die Jahmener Ortsteilvertretung das Vorhaben ab, weil die Mehrheit der Anwohner dagegen ist; ein Mitspracherecht hat sie nicht.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für Agri-PV sind in Deutschland inzwischen klar geregelt. Die DIN-SPEC 91434 definiert Mindestanforderungen und stellt die Nahrungsmittelproduktion über die Solarstromerzeugung; seit 2024 ergänzt die DIN-SPEC 91492 Vorgaben für die Tierhaltung. Für die Landwirte bleibt die Fläche land- und forstwirtschaftliches Vermögen mit Grundsteuer A, während reine Freiflächenanlagen in die Grundsteuer B wechseln – das regeln Ländererlasse vom 15. Juli 2022. Auch die GAP-Direktzahlungen bleiben weitgehend erhalten, und zwar auf 85 bis 90 Prozent der Fläche gemäß § 12 der GAP-Direktzahlungen-Verordnung.

Die Vergütung für Agri-PV-Anlagen bis zu einem Megawatt liegt 2026 bei 6,59 Cent pro Kilowattstunde als anzulegender Wert; die Einspeisevergütung beträgt 6,19 Cent. Diese Sätze gelten seit dem 1. August 2026, die nächste Degression ist für den 1. Februar 2027 vorgesehen. Bei Ausschreibungen für besondere Solaranlagen, deren Volumen für 2026 auf 1.200 Megawatt festgelegt ist, liegt der Höchstwert bei 9,5 Cent pro Kilowattstunde, plus einem Bonus von 2,5 Cent aus dem Solarpaket I – allerdings steht die EU-beihilferechtliche Genehmigung noch aus. Die Investitionskosten variieren stark: Hoch aufgeständerte Kategorie-I-Anlagen kosten 1.500 bis 1.700 Euro pro Kilowattpeak, vertikale bifaziale Systeme 700 bis 1.000 Euro. Pachten für Doppelnutzung bewegen sich in Deutschland zwischen 1.000 und 3.500 Euro pro Hektar und Jahr.

Dass die Kombination aus Landwirtschaft und Photovoltaik auch die Erträge steigern kann, zeigen Referenzanlagen des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme: Der Land-Äquivalent-Index liegt dort zwischen 1,6 und 1,86. In Heggelbach übertrafen Kartoffeln 2018 den Freiland-Referenzwert um elf Prozent, Sellerie um zwölf Prozent.

Quellen

  1. Web research – Agri-PV 2026: EEG 7,09 ct, DIN SPEC, Pacht & Kosten — Logic Energy
  2. Web research – Agri-PV-Anlage Bodensdorf: positive Bilanz nach dem ersten Betriebsjahr
  3. Web research – Agri-PV-Anlage in Güssing wächst
  4. Web research – Mit dem Traktor unter der PV-Anlage: Landwirt nutzt 96 Prozent der Fläche
  5. ERNEUERBARE ENERGIEN – Agri-PV-Anlage liefert Bahnstrom für doe ÖBB