Synhelion erhält NRW-Förderung für Demonstrationsanlage in Jülich
Das Schweizer Unternehmen Synhelion bekommt Geld aus dem NRW-Programm Produktives.NRW für den Bau einer kommerziellen Demonstrationsanlage in Jülich. Die Anlage soll die Technologie für synthetische Kraftstoffe bankfähig machen.
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Das Schweizer Unternehmen Synhelion erhält für den Bau einer kommerziellen Demonstrationsanlage in Jülich eine Förderzusage aus dem nordrhein-westfälischen Programm Produktives.NRW. Die Anlage trägt den Namen DAWN Extension und entsteht im Brainergy Park Jülich. Sie ist eines von neun Industrieprojekten, die in der vierten Förderrunde des Programms ausgewählt wurden. Insgesamt fließen für diese neun Vorhaben rund 90 Millionen Euro aus dem EU-Programm „Just Transition Fund“.
Bereits 2024 hatte Synhelion am selben Standort die erste Anlage namens DAWN errichtet. Nach Angaben des Unternehmens hat diese Anlage die Technologie im industriellen Maßstab validiert und das technische Risiko reduziert. Die neue, größere Anlage soll nun den kommerziellen Betrieb demonstrieren und den Prozess bankfähig machen. Einen Großteil der künftigen Produktion haben sich nach Unternehmensangaben bereits namhafte Kunden per langfristiger Abnahmeverträge gesichert.
Synhelion produziert synthetische Kraftstoffe, die fossiles Diesel, Benzin und Kerosin ohne Änderungen an Motoren oder Infrastruktur ersetzen können. Das Produktportfolio umfasst nachhaltigen Flugkraftstoff (SAF), synthetisches Diesel und synthetisches Benzin. Laut Synhelion reduzieren die Kraftstoffe die Netto-CO2-Emissionen im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen um bis zu 100 Prozent. Als Prozessenergie nutzt das Unternehmen konzentrierte Sonnenstrahlung in einem solarthermochemischen Verfahren – im Gegensatz zu Power-to-Liquid, das auf Elektrolyse setzt.
Die EU-Verordnung ReFuelEU Aviation schreibt seit 2025 einen Mindestanteil von zwei Prozent nachhaltiger Flugkraftstoffe am Kerosin vor, der bis 2050 auf 70 Prozent steigen soll. Ab 2030 gilt eine separate Quote für synthetische E-Fuels, die bis 2050 auf 35 Prozent ansteigt. Die Verordnung gilt EU-weit für Flugkraftstofflieferanten an größeren Flughäfen. Die Kosten für nachhaltige Flugkraftstoffe sind derzeit noch hoch: Nach Einschätzung der Lufthansa Group kostet biogenes SAF etwa drei- bis fünfmal so viel wie fossiles Kerosin, während strombasierte PtL-Kraftstoffe bis zu zehnmal so teuer sind.
NRW-Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur sagte: „Die ausgewählten Projekte zeigen, was NRW zu bieten hat, um Europa unabhängiger, resilienter und wettbewerbsfähiger zu machen.“ Synhelion-Co-CEO und Mitgründer Philipp Furler erklärte: „Die Auswahl im Rahmen des Förderprogramms Produktives.NRW bestätigt die Relevanz unserer Technologie und unserer Kommerzialisierungsstrategie.“
Das Programm Produktives.NRW wird vom NRW-Wirtschaftsministerium gemeinsam mit dem Umweltministerium umgesetzt. Es ist Teil des EFRE/JTF-Programms NRW 2021-2027, das insgesamt rund 1,9 Milliarden Euro aus Landes- und EU-Mitteln umfasst.