Nach Meta-Vergleich: Verbraucherschützer fordern sichere Plattformen für Minderjährige
Der Milliarden-Vergleich von Meta in den USA ruft deutsche Verbraucherschützer auf den Plan: Sie fordern, dass Plattformen für Minderjährige von Grund auf sicher gestaltet werden – nicht nur mit Zeitlimits.
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Nach dem milliardenschweren Vergleich von Meta mit US-Bundesstaaten fordern deutsche Verbraucherschützer eine grundlegende Neugestaltung von sozialen Plattformen für Minderjährige. Der Vergleich, der in einem Gerichtsdokument mit rund 16,7 Milliarden US-Dollar beziffert wird, sieht umfassende Änderungen an den Apps des Konzerns für Kinder und Jugendliche vor. Eine zweite Quelle nennt allerdings eine Summe von 18 Milliarden Dollar – die Angaben widersprechen sich.
Mehrere US-Bundesstaaten hatten Meta vorgeworfen, Kinder und Jugendliche vorsätzlich zu exzessiver Nutzung von Facebook und Instagram zu verleiten und die Risiken vor Eltern und Öffentlichkeit zu verbergen. Meta wies die Vorwürfe zurück. Das Unternehmen kündigte dennoch neue Beschränkungen an, um Jugendliche zu schützen und Eltern mehr Kontrolle zu geben. Falls ein Gericht den Vergleich genehmigt, sollen diese Regeln für zehn Jahre automatisch für Minderjährige auf Instagram und Facebook gelten.
Ramona Pop, Chefin des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), sieht in solchen Schutzmaßnahmen einen ersten Schritt. Zeitlimits, nächtliche Sperren oder deaktivierte Benachrichtigungen könnten den Nutzungsdruck auf Minderjährige verringern, sagte sie. Doch das reiche nicht aus, um junge Menschen wirksam zu schützen. Das Kernproblem seien die Geschäftsmodelle und Algorithmen, die darauf ausgelegt seien, Aufmerksamkeit möglichst lange zu binden. Kinder und Jugendliche bräuchten Plattformen, die von vornherein sicher seien; die Verantwortung dürfe nicht allein bei den Eltern liegen.
Pop fordert, dass Plattformen so gestaltet werden, dass junge Menschen geschützt sind, ohne von digitaler Teilhabe ausgeschlossen zu werden. Risikoreiche Funktionen sollten erst aktiviert werden, nachdem Nutzer ihr Alter nachgewiesen haben. Diese Forderungen erheben Verbraucherorganisationen in Deutschland auch mit Blick auf den Vergleich. Nächtliche Sperren allein seien nicht ausreichend, um Jugendliche zu schützen.
Der Fall zeigt, wie weit die Diskussion über den Schutz Minderjähriger in sozialen Netzwerken inzwischen reicht. Während Meta in den USA Zugeständnisse macht, pocht die Verbraucherzentrale darauf, dass Plattformdesign und Geschäftsmodelle selbst auf den Prüfstand gehören. Ob der Vergleich in dieser Höhe Bestand hat, bleibt abzuwarten – ebenso wie die Frage, ob die deutschen Forderungen Gehör finden.