Neues Collège in Massy vereint Holz-Hybridbau mit E3C1-Standard
In Massy bei Paris hat das Collège Claudine Hermann eröffnet. Der dreigeschossige Neubau für 800 Schüler erfüllt die französische Umweltklassifizierung E3C1 und kombiniert eine Holzrahmenkonstruktion mit einer durchgehend verputzten Fassade.
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In Massy, rund 25 Kilometer südwestlich von Paris, hat das Collège Claudine Hermann am 27. Juli 2026 seinen Betrieb aufgenommen. Die weiterführende Schule bietet Platz für 800 Schüler und ist als dreigeschossiger Neubau in Holz-Hybridbauweise ausgeführt, mit hochgedämmten Putzfassaden und einer kompakten U-Form. Zwei bestehende Gebäude auf dem Gelände wurden parallel energetisch auf den Passivhausstandard EnerPHit saniert.
Das Gesamtvorhaben erfüllt die französische Umweltklassifizierung E3C1. Nach Angaben der Architekten Stéphan Védrenne und Paul Pressensé vom Büro Ameller Dubois garantiere dieser Standard einen sehr niedrigen Energieverbrauch und eine streng überwachte CO₂-Bilanz. Die Form des Gebäudes fügt sich in den angrenzenden Park ein; eine alte Zeder blieb als zentrales Element des Schulhofs erhalten.
Das untere Geschoss besteht aus eingefärbtem Sichtbeton, die beiden oberen Stockwerke aus Holzrahmen. Die Hohlräume der Holzwände sind mit Mineralwolle gedämmt, zusätzlich wurde eine durchgehende Dämmschicht als Untergrund für ein Wärmedämmverbundsystem aufgebracht. Der U-Wert der Außenwand beträgt 0,15 Watt pro Quadratmeter und Kelvin. Aus Brandschutzgründen ist die Holzkonstruktion vollständig mit nicht brennbaren Materialien umhüllt: außen mit 60 Millimetern Steinwolle, innen mit BA18-Gipskartonplatten.
Auf dem Dach ist eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher installiert. Der erzeugte Strom deckt den Eigenbedarf für Wärmepumpe, Lüftung und die auf LED-Technik basierende Beleuchtung; etwaige Überschüsse werden ins öffentliche Netz eingespeist. Für Heizung und Kühlung sorgt eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Fußbodenheizung. Eine intelligente Lüftung steuert die Volumenströme zonenweise, und einzelne Räume lassen sich über Thermostate regeln.
Die Fassade zeichnet sich durch gerundete Innen- und Außenecken aus, die mit einem warmweißen, feinkörnigen Putz ohne Fugen oder Materialwechsel versehen sind. Architekt Paul Pressensé begründet die Wahl des Materials: „Wir brauchten dieses Material, das uns eine Kontinuität ohne Fugen, ohne Materialunterbrechungen ermöglicht.“ Ausgeführt wurde die Fassade von der Firma Artib SAS. Horizontale Fensterbänder und schmale ockerfarbene Metallprofile gliedern die Ansicht; die Fenster sind zurückgesetzt, um Tageslicht und Ausblick zu verbessern.
Regenwasser wird gesammelt und wiederverwendet.