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Auto & Mobilität

BDEW: Fast 27.000 neue Ladepunkte in einem Jahr – Auslastung bei nur 12 Prozent

Der Energieverband BDEW verzeichnet einen kräftigen Zubau öffentlicher Ladepunkte, doch die Nutzung bleibt gering. Der Verband dringt auf eine Elektromobilitätsstrategie.

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Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat zu Beginn der Sommerurlaubssaison eine Bilanz aus seinem Ladesäulenregister vorgelegt. Nach Angaben des Verbands standen Ende Juni 2026 bundesweit 204.078 öffentlich zugängliche Ladepunkte zur Verfügung. Zwischen Juni 2025 und Juni 2026 kamen demnach 26.978 Ladepunkte hinzu, ein Plus von 16 Prozent.

Überdurchschnittlich fiel der Ausbau der Schnellladeinfrastruktur aus, die im Jahresvergleich um rund 26 Prozent zulegte. Der Löwenanteil des Netzes stammt von den Unternehmen des Verbands selbst: Sie betreiben nach BDEW-Angaben über 80 Prozent aller Ladepunkte.

Die durchschnittliche Fahrzeit bis zum nächsten öffentlichen Ladepunkt beziffert der Verband auf fünf Minuten. Für Standorte am transeuropäischen Verkehrsnetz (TEN-V) gelten dabei feste Vorgaben: Dort müssen mindestens zwei Ladepunkte mit je wenigstens 150 kW installiert sein, und die Gesamtleistung muss bei mindestens 400 kW liegen. Bis Ende 2027 steigt die geforderte Gesamtladeleistung im Kernnetz auf 600 kW pro Standort. Der Abstand zwischen den TEN-V-Ladestandorten darf höchstens 60 Kilometer betragen.

Parallel wächst die Nachfrage nach Elektroautos. Im ersten Halbjahr 2026 wurden rund 368.000 neue E-Pkw zugelassen, was einem Anteil von 24,8 Prozent aller Neuzulassungen entspricht. Im Gesamtjahr 2025 waren es mehr als 545.000 Fahrzeuge bei einem Marktanteil von 19,1 Prozent, 2024 hatte das Kraftfahrtbundesamt 380.609 Zulassungen registriert. Ende 2025 überschritt der Bestand an Elektroautos in Deutschland die Marke von zwei Millionen.

Trotz der steigenden Zulassungszahlen ist das Netz bislang wenig ausgelastet: Im Schnitt sind die öffentlichen Ladepunkte nur zu rund 12 Prozent belegt. BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae betonte, die Branche investiere seit Jahren im Vertrauen auf stabile Rahmenbedingungen und habe das Angebot inzwischen deutlich über den aktuellen Bedarf hinaus ausgebaut. Für die Fahrt in den Sommerurlaub müsse sich daher niemand um fehlende Lademöglichkeiten sorgen.

Zugleich forderte der Verband eine Elektromobilitätsstrategie, steuerliche Anreize und warnte davor, die Flottengrenzwerte aufzuweichen. Mit Blick auf die Verhandlungen über das EU-Automobilpaket appellierte Andreae an die Bundesregierung, sich für eine tragfähige Lösung zugunsten der Elektromobilität einzusetzen.

Quellen

  1. ERNEUERBARE ENERGIEN – Fast 27.000 neue öffentliche Ladepunkte innerhalb eines Jahres gebaut