Deutsche begrüßen Rechenzentren, US-Bundesstaaten bremsen
Eine Bitkom-Umfrage zeigt große Zustimmung zu Rechenzentren in Deutschland, während US-Bundesstaaten wie Texas und Maine den Bau stoppen. Eine neue Studie sieht Potenzial in bestehenden Staudämmen.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus mehreren Quellen entworfen und vor der Veröffentlichung von einer Redakteurin/einem Redakteur geprüft und freigegeben.
Während in den USA einzelne Bundesstaaten den Bau neuer Rechenzentren stoppen, zeigt sich die deutsche Bevölkerung überraschend aufgeschlossen. Laut einer Bitkom-Umfrage würden 66 Prozent der Bundesbürger ein Rechenzentrum in ihrer direkten Nachbarschaft begrüßen. Für die repräsentative Befragung wurden 1.006 Personen ab 16 Jahren interviewt. Sogar 40 Prozent gaben an, ein solches Projekt in der Nähe sehr positiv zu sehen.
Gleichzeitig sind die Deutschen sich der Kosten bewusst: 88 Prozent glauben, dass Rechenzentren zu viel Energie verbrauchen. Dennoch betrachten 82 Prozent die Anlagen als Teil der grundlegenden Infrastruktur des Landes. 73 Prozent sind der Meinung, Deutschland brauche mehr Rechenzentren, und 72 Prozent legen Wert darauf, dass ihre Daten in hiesigen Rechenzentren verarbeitet werden. Ein deutliches Signal an die Politik senden die 92 Prozent, die sich eine bessere Aufklärung über den Bedarf neuer Rechenzentren wünschen.
Bitkom-Geschäftsführer Bernhard Rohleder kommentierte: "Rechenzentren sind das Rückgrat der digitalen Welt und werden durch KI noch wichtiger, für Wirtschaft und Verwaltung ebenso wie für unseren Alltag." Er ergänzte: "Die entscheidende Frage ist nicht, ob wir diese Infrastruktur brauchen, sondern wie wir ihren Ausbau möglichst effizient und ohne Beeinträchtigungen von Mensch und Natur gestalten."
Anders sieht die Lage in den USA aus: Maine verhängte im April 2026 als erster Bundesstaat ein Moratorium für Rechenzentren mit einer Leistung über 20 Megawatt. Texas hat kürzlich den Bau neuer Rechenzentren gestoppt. Als Grund nennt die dortige Lokalregierung wachsenden öffentlichen Widerstand und Sorgen um das Stromnetz. Der Schritt erfolgte, nachdem Amazon Pläne für ein großes KI-Rechenzentrum im Pecos County angekündigt hatte. Gouverneur Greg Abbott sagte: "Unsere oberste Priorität ist es, die Sicherheit und Lebensqualität der Texaner:innen zu schützen."
Während die Debatte um Rechenzentren tobt, zeigt eine neue US-Studie einen möglichen Weg zu mehr Strom aus erneuerbaren Quellen: Forscher des Oak Ridge National Laboratory und des Idaho National Laboratory haben über 2.600 Standorte in den USA identifiziert, an denen bestehende Staudämme nachträglich mit Wasserkraftwerken ausgestattet werden könnten. Die durchschnittliche Leistung pro Standort läge bei 1,5 Megawatt. Insgesamt ergäbe sich ein Potenzial von 4 Gigawatt und eine geschätzte Jahresstromerzeugung von 15 Terawattstunden. Das entspricht allerdings weniger als 0,4 Prozent des gesamten US-Stromverbrauchs. Eine frühere Studie hatte das Potenzial auf 12 bis 30 Gigawatt geschätzt. Die Forscher betonen, dass nur Standorte berücksichtigt wurden, die bereits über Dämme verfügen, aber derzeit keinen Strom erzeugen. Zudem haben sie das Open-Source-Tool "Hydrogenerate" auf GitHub veröffentlicht, das standortspezifische Daten und Turbinenempfehlungen bereitstellt.