Hackerangriff auf Liechtensteins Transparenzregister: 31.000 Datensätze kopiert
Unbekannte Angreifer haben in der Nacht zum 30. Juli 2026 rund 31.000 Datensätze aus dem Transparenzregister Liechtensteins kopiert. Die Regierung hat einen Krisenstab einberufen und will die Betroffenen informieren.
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Unbekannte Angreifer haben in der Nacht zum 30. Juli 2026 Daten aus dem Transparenzregister Liechtensteins kopiert. Nach Angaben der Regierung wurden dabei rund 31.000 Datensätze entwendet. Das Register erfasst die wirtschaftlich Berechtigten hinter Unternehmen, Stiftungen und Treuhänderschaften und enthält Namen und Details dieser Personen.
Die Regierung gab den Angriff am Sonntagabend, den 2. August, bekannt. Sie hat einen Krisenstab einberufen, dem Regierungschefin Brigitte Haas und Justizminister Emanuel Schädler vorstehen. Die Behörden erklärten, dass der Schutz personenbezogener Daten verletzt wurde. Betroffene Personen sollen so schnell wie möglich informiert werden; zudem wird eine zentrale Anlaufstelle eingerichtet.
Das Register wird seit 2021 geführt, um Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu verhindern. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass die Daten verändert oder gelöscht wurden. Die Täter sind bislang unbekannt, ihr Motiv ist unklar.
Liechtenstein ist mit rund 41.000 Einwohnern und einer Fläche von 160 Quadratkilometern – etwa so groß wie Wuppertal – eines der kleinsten Länder der Welt. Es zählt zu den wohlhabendsten Ländern gemessen am Pro-Kopf-Einkommen. Die Bankgeheimnisse wurden in Steuerfragen bereits 2017 abgeschafft.
Die gestohlenen Daten könnten enthüllen, wer hinter großen Vermögen steht, die in Liechtenstein geparkt sind. Das Potenzial für Erpressung ist enorm. Die Regierung muss nun Maßnahmen ergreifen, um die Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zu erfüllen, da die Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten einen Verstoß darstellt.
Die Sicherheitslücke wirft Fragen zur Wirksamkeit des Registers auf. Während es dazu dienen soll, finanzielle Transparenz zu schaffen und illegale Aktivitäten zu bekämpfen, zeigt der Vorfall, dass die gespeicherten Daten selbst zum Ziel von Angriffen werden können. Für die betroffenen Unternehmen und Einzelpersonen könnte der Diebstahl erhebliche Konsequenzen haben, etwa in Form von Erpressung oder Identitätsmissbrauch.
Die Regierung kündigte an, die Öffentlichkeit über weitere Entwicklungen zu informieren. Die Behörden haben zugesichert, die Aufklärung des Vorfalls mit hoher Priorität zu betreiben und die notwendigen Schritte einzuleiten, um das Vertrauen in das Register wiederherzustellen.