CXMT plant zweites DRAM-Werk in Peking: Chinas Chipriese expandiert aggressiv
Der chinesische DRAM-Hersteller CXMT will in Peking ein zweites Werk errichten und seine Kapazität damit massiv ausbauen. Das dürfte den Wettbewerb mit Samsung, SK Hynix und Micron weiter anheizen.
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Der chinesische Speicherchiphersteller Changxin Memory Technologies (CXMT) plant einem Medienbericht zufolge ein zweites Werk in Peking. Zwei mit der Sache vertraute Personen bestätigten, dass das Unternehmen eine weitere Fabrik in der chinesischen Hauptstadt errichten will, um dort Speicherchips zu produzieren, die derzeit knapp sind. Die Investitionssumme für das neue Werk wurde nicht genannt, doch Branchenkenner verweisen darauf, dass der Bau einer modernen Speicherfabrik in der Regel mehr als zehn Milliarden US-Dollar kostet.
Das neue Werk soll im Stadtbezirk Yizhuang entstehen, etwa 20 Kilometer südöstlich des Stadtzentrums von Peking. CXMT betreibt derzeit zwei 12-Zoll-DRAM-Fabriken in Hefei und eine in Peking, jeweils mit einer Kapazität von etwa 100.000 Wafern pro Monat. Zusammen mit den bereits im Bau befindlichen Anlagen in Shanghai und Hefei soll sich die Gesamtkapazität des Unternehmens nach der Expansion verdoppeln. Nach vollständiger Auslastung könnte CXMT dann monatlich 600.000 Wafer verarbeiten.
CXMT ist der viertgrößte DRAM-Hersteller der Welt und hält einen Marktanteil von knapp acht Prozent. Zum Vergleich: Samsung, SK Hynix und Micron kontrollieren zusammen rund 90 Prozent des DRAM-Marktes. Der chinesische Hersteller wächst jedoch rasant: Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz um mehr als 700 Prozent. Beim Börsengang an der Shanghaier Börse legte die Aktie am ersten Handelstag um 466 Prozent zu und verteuerte sich insgesamt um mehr als das Siebenfache gegenüber dem Ausgabepreis von 8,66 Yuan. Damit wurde CXMT zum wertvollsten börsennotierten Unternehmen Chinas. Der IPO brachte 8,6 Milliarden US-Dollar ein – der größte Börsengang eines Halbleiterunternehmens auf dem chinesischen Festland.
Die Expansion von CXMT dürfte den Wettbewerb im DRAM-Markt weiter anheizen, der von einer anhaltenden Speicherknappheit geprägt ist. Das Unternehmen baut seine Fabriken in bemerkenswertem Tempo: Die Reinräume entstehen in etwa zwölf Monaten, während die Branche normalerweise rund zwei Jahre benötigt. Für das Gesamtjahr 2026 peilt CXMT eine Produktion von rund 350.000 DRAM-Wafern pro Monat an – das käme der Kapazität von Micron (rund 375.000 Wafer pro Monat) schon sehr nahe. Nach der vollständigen Erweiterung der Werke in Shanghai und Hefei strebt CXMT eine Verdreifachung der Basisproduktion auf 600.000 Wafer pro Monat an.
Die Finanzierung des neuen Werks ist noch nicht abgeschlossen. CXMT sucht nach Angaben aus dem Umfeld des Unternehmens mindestens 60 Millionen Yuan (rund 8,9 Millionen US-Dollar) an Unterstützung vom Beijing Economic-Technological Development Area. Auch andere staatliche Technologieunternehmen haben Interesse an einer Beteiligung an der Finanzierung bekundet. Die Gespräche befinden sich jedoch in einem frühen Stadium; Umfang und Struktur könnten sich noch ändern. Die geplante Kapazität und die Gesamtinvestition für die neue Fabrik sind bislang nicht bekannt.
CXMTs bestehende Fabrik in Peking wird von Changxin Jidian betrieben, das 2020 gegründet wurde und Mittel von E-Town Capital und Beijing E-Town Technology erhalten hat. Weder CXMT noch die Stadtregierung von Peking haben auf Anfragen zu den Plänen reagiert.
Quellen
- Web research – After Blockbuster IPO, China's Memory Giant CXMT Plans Second Chip Plant In Beijing | ZeroHedge
- Web research – China's CXMT Eyes Second Beijing Fab To Fight Memory Shortage
- Web research – Insider: CXMT plant weitere Fabrik
- Handelsblatt Schlagzeilen – DRAM-Chips: Chinesischer Speicherchipkonzern CXMT plant offenbar weitere Fabrik