EN·DE
Auto & Mobilität·China

China macht Sicherheitsnorm für autonome Fahrzeuge zur Pflicht

Ab Juli 2027 gilt in China eine verbindliche Sicherheitsnorm für Fahrzeuge mit Autonomiestufen 3 und 4. Hersteller müssen umfangreiche Nachweise erbringen, sonst droht der Marktausschluss.

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus mehreren Quellen entworfen und vor der Veröffentlichung von einer Redakteurin/einem Redakteur geprüft und freigegeben.

China führt als erstes Land der Welt eine verpflichtende Sicherheitsnorm für autonome Fahrzeuge ein. Das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) hat die Regelung gemeinsam mit der Marktregulierungsbehörde SAMR und der nationalen Standardisierungsorganisation verabschiedet. Die Norm mit der Bezeichnung GB 44721-2026 wurde am 4. August 2026 angenommen und bereits am 30. Juli 2026 veröffentlicht – sie tritt am 1. Juli 2027 in Kraft.

Die Vorschrift gilt für Personenkraftwagen und Nutzfahrzeuge der Klassen M und N, die mit Systemen der Automatisierungsstufen 3 oder 4 ausgestattet sind. Reine Einparkhilfen fallen nicht unter die Regelung. Mit der neuen Fassung wird die bisherige Empfehlung GB/T 44721 aus dem Jahr 2024 abgelöst; das Kürzel "/T" für eine unverbindliche Empfehlung entfällt, sodass die Anforderungen nun verpflichtend sind. Ohne ein Konformitätszertifikat ist der Marktzugang in China künftig versperrt.

Die Norm verlangt von den Herstellern, Sicherheitsmechanismen über den gesamten Produktlebenszyklus zu stärken. Dazu zählen Simulations-, Feld- und Straßentests in der Entwicklungs- und Verifizierungsphase. Ein dreistufiges Prüfverfahren ist vorgeschrieben: Herstellertests, ein Sicherheitsdossier und ein Bestätigungstest.

Für Systeme der Stufe 3 gilt, dass das Fahrzeug laufend prüfen muss, ob der Fahrer in der Lage ist, die Kontrolle zu übernehmen. Bei Stufe 4 besteht diese Überwachungspflicht nicht im selben Umfang. Zusätzlich muss eine Deaktivierungseinrichtung vorhanden sein. Kommt der Fahrer bei Stufe 3 einer Aufforderung zur Übernahme nicht nach, muss das Fahrzeug selbstständig eine sogenannte Risikominimierungsmanöver ausführen: Es verlangsamt kontrolliert und bringt sich in einen sicheren Zustand.

Die Hersteller müssen außerdem gewährleisten, dass ihre Systeme ein Sicherheitsniveau erreichen, das dem eines menschlichen Fahrers entspricht. Sie sind verpflichtet, Käufer über die Grenzen der Technologie zu informieren, etwa über den Automatisierungsgrad, den Betriebsbereich und die Systemlimits – um unsachgemäße Nutzung zu verhindern. Die Systeme dürfen keine unangemessenen Sicherheitsrisiken für Insassen oder andere Verkehrsteilnehmer darstellen, wie Reuters berichtet.

Hintergrund der Verschärfung ist unter anderem ein tödlicher Unfall im Jahr 2025, bei dem ein Xiaomi-Fahrzeug mit assistiertem Fahrmodus (NOA) verwickelt war und drei junge Menschen starben. Die neue Norm folgt zudem internationalen Entwicklungen: Die UN-Mitgliedstaaten einigten sich Anfang Juli 2026 auf künftige Genehmigungsregeln für autonome Fahrzeuge, und der Weltforum in Genf verabschiedete Ende Juni 2026 die erste globale technische Regelung für automatisiertes Fahren (ADS GTR), an der auch China mitwirkte. Chinas Standard geht jedoch über diese globale Regelung hinaus und ist verbindlich.

Zum Vergleich: In Deutschland ist Mercedes Drive Pilot als erstes L3-System zugelassen, allerdings nur auf Autobahnen im Stau bis 95 km/h. Die EU regelt L4-Fahrzeuge über die Verordnung 2022/1426. Parallel zur Sicherheitsnorm tritt in China am selben Tag eine weitere Vorschrift für physische Bedienelemente in Kraft.

Quellen

  1. Web research – Autonomes Fahren: China kündigt Sicherheitsregeln für Roboterautos an
  2. Web research – China autonomes Fahren: verbindliche L3/L4-Norm ab 2027
  3. Web research – China issues mandatory safety requirements for autonomous vehicles
  4. Web research – Was ändert Chinas neuer L3-Standard 2027?
  5. Golem.de – Sicherheitsnorm ab 2027 Pflicht: China macht autonomes Fahren zur Chefsache