Führungswechsel bei Apple: John Ternus übernimmt am 1. September
John Ternus tritt am 1. September 2026 die Nachfolge von Tim Cook als Apple-CEO an. Der 51-Jährige könnte den Konzern mit einem faltbaren iPhone in eine neue Ära führen.
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Am 1. September 2026 endet bei Apple eine Ära: Tim Cook übergibt den Chefposten an John Ternus. Der 51-Jährige, der bislang die Hardware-Sparte des Konzerns leitete, übernimmt die Verantwortung für eines der wertvollsten Unternehmen der Welt. Medienberichten zufolge könnte Ternus' erste Amtshandlung die Ankündigung eines faltbaren iPhones sein – ein Schritt, mit dem Apple lange hinter Wettbewerbern zurückblieb.
Ternus tritt ein Erbe an, das Cook vor 15 Jahren von Steve Jobs übernommen hatte. Cook, der am selben Tag offiziell zurücktritt, führte Apple durch eine Phase beispiellosen Wachstums. Unter seiner Ägide kletterte der Konzern zeitweise an die Spitze der weltweiten Börsenwert-Rangliste. Doch Cook war nie ein Freund des Rampenlichts. In der Steve-Jobs-Biografie von Walter Isaacson wird er mit den Worten zitiert: „Einigen Leuten gefällt es nicht, dass Steve für alles den Ruhm einstreicht, aber mir ist es völlig egal.“ Und weiter: „Ehrlich gesagt, stehe ich lieber nicht in der Zeitung.“
Cooks Karriere begann in Alabama, wo er an der Auburn University Wirtschaftsingenieurwesen studierte. Zwölf Jahre arbeitete er bei IBM im Pipeline-Management und wurde mehrfach befördert. Anschließend wechselte er als COO zur Wiederverkaufsabteilung von Intelligent Electronics, bevor er 1997 zu Compaq ging. Eigentlich wollte Cook nicht zu Apple – das Unternehmen stand 1998 kurz vor der Pleite, während Compaq als sicherer Hafen galt. Doch Steve Jobs warb persönlich um ihn, nachdem der damalige Produktionsleiter nach kurzer Zeit gekündigt hatte. Jobs suchte jemanden, der wie Michael Dell eine Just-in-time-Produktion und eine effiziente Lieferkette aufbauen konnte. In Isaacson Buch erklärt Jobs: „Tim Cook kam aus der Beschaffung, und das war exakt der Hintergrund, den wir brauchten.“ Cook selbst erinnert sich an das erste Treffen: „Schon fünf Minuten nach Beginn meines ersten Bewerbungsgesprächs mit Steve war ich drauf und dran, alle Vorsicht und Logik in den Wind zu schlagen und zu Apple zu gehen.“
Als Operations-Chef straffte Cook die Produktion: Er senkte die Lagerbestände, lagerte Fertigung aus und reduzierte die Zahl der Zulieferer – ein Schritt, der dem Konzern Millionen einsparte. Die Produktion des iMac G3 ging größtenteils an LG und später an Foxconn. Heute werden Apple-Geräte vor allem in Asien montiert, darunter in China, Indien und Vietnam. 2005 beförderte Jobs Cook zum COO. Während Jobs' erster Krebserkrankung und erneut 2009 und 2011 übernahm Cook interimsmäßig die Führung. Im August 2011 trat Jobs endgültig zurück und schlug Cook als Nachfolger vor. Nur einen Tag vor Jobs' Tod präsentierte Cook am 4. Oktober 2011 sein erstes Produkt als CEO: das iPhone 4S.
Nun übernimmt Ternus das Ruder. Bei der WWDC im Juni 2026 gab er sich bereits volksnah: Er posierte für Selfies mit Journalisten. Seit der Pandemie präsentiert Apple neue iPhones in aufwendig produzierten Videos statt Live-Events; Cooks Markenzeichen war das „Good Morning“ zu Beginn. Ob Ternus diesen Stil beibehält, bleibt abzuwarten. Der neue Chef ist bekennender Motorsport-Fan – laut Wall Street Journal fährt er auf der Rennstrecke Laguna Seca in Kalifornien Rundenzeiten unter 1:40 Minuten. Ein Zeichen dafür, dass er auch im Führungszimmer Tempo vorlegen will.