Anthropic setzt unsichtbares Wasserzeichen auf Claude-Texte
Anthropic versieht alle Claude-generierten Texte mit einem unsichtbaren Wasserzeichen, um die EU-KI-Verordnung zu erfüllen. Doch ein Erkennungstool fehlt noch.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus mehreren Quellen entworfen und vor der Veröffentlichung von einer Redakteurin/einem Redakteur geprüft und freigegeben.
Der KI-Entwickler Anthropic hat begonnen, alle Texte seines Chatbots Claude mit einem unsichtbaren Wasserzeichen zu versehen. Das gab das Unternehmen am 11. August 2026 bekannt. Das Wasserzeichen ist für Menschen nicht sichtbar und bleibt auch nach Kopieren und Einfügen des Textes erhalten, wie Anthropic mitteilte. Es wird weltweit auf sämtliche Inhalte angewendet, die mit Claude erzeugt werden.
Die Kennzeichnung gilt für alle Claude-Modelle, die ab dem 2. August 2026 veröffentlicht wurden. Ältere Modelle sollen nach und nach nachgerüstet werden, so das Unternehmen. Das Wasserzeichen lässt sich jedoch durch starke Bearbeitung, Umschreiben, Übersetzung oder das Vermischen mit anderen Texten entfernen. Zudem weist es lediglich darauf hin, dass ein Text mit Claude verarbeitet wurde – nicht unbedingt, dass Claude ihn verfasst hat.
„Claude ist möglicherweise nicht der ursprüngliche Autor. Menschen nutzen Claude häufig zum Korrekturlesen, Übersetzen, Zusammenfassen oder Konvertieren von Dateien. Die Ausgabe kann ein Claude-Zeichen tragen, selbst wenn die zugrunde liegenden Ideen, Texte oder Daten aus einer anderen Quelle stammen“, erklärte das Unternehmen in einer Stellungnahme.
Bei bestimmten Dateitypen wie .jpg fügt Claude den Angaben zufolge signierte Provenienz-Metadaten nach einem offenen Standard hinzu. Damit reagiert Anthropic auf die EU-Verordnung, die maschinenlesbare Kennzeichnungen für KI-Inhalte vorschreibt. Das Unternehmen hatte Ende Juli 2026 zusammen mit rund 190 anderen Organisationen den freiwilligen EU-Verhaltenskodex unterzeichnet. Zu den Unterzeichnern zählen auch Google, Meta, Microsoft, Mistral und OpenAI.
Allerdings hat Anthropic bislang kein Werkzeug zur Erkennung des Wasserzeichens veröffentlicht, wie es der EU-Verhaltenskodex vorsieht. Google hingegen hat mit SynthID eine nicht öffentliche Technologie zur digitalen Kennzeichnung und Erkennung entwickelt und drängt Apple, Nvidia und OpenAI, diese zu übernehmen. Verstöße gegen die EU-KI-Regulierung können mit hohen Geldstrafen geahndet werden.
Die Einführung des Wasserzeichens ist ein konkreter Schritt zur Einhaltung der neuen Vorschriften, doch die fehlende Erkennungsmöglichkeit wirft Fragen zur Durchsetzung auf. Ohne ein öffentliches Tool können Dritte die Kennzeichnung nicht überprüfen, was den praktischen Nutzen einschränkt. Beobachter erwarten, dass Anthropic in den kommenden Monaten ein entsprechendes Werkzeug nachliefert, um die Anforderungen des Verhaltenskodex vollständig zu erfüllen.