Amazon plant größtes US-Klimaschutzproblem: Gas-Kraftwerk für KI-Rechenzentrum in Texas
Amazon will in Texas ein Erdgaskraftwerk bauen, um ein KI-Rechenzentrum zu versorgen. Mit 33 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr könnte es zur größten einzelnen Klimaverschmutzungsquelle der USA werden.
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Amazon hat am Freitag, den 7. August, bestätigt, dass das Unternehmen in Pecos County, Texas, ein mit Erdgas betriebenes Kraftwerk errichten will, um ein KI-Rechenzentrum mit Strom zu versorgen. Das als GW Ranch Energy Centre bezeichnete Projekt sieht 35 Gasturbinen vor, die zusammen eine Leistung von 7,65 Gigawatt erreichen sollen. Laut den Genehmigungsunterlagen des Bundesstaates sind dabei jährliche CO2-Emissionen von bis zu 33 Millionen Tonnen vorgesehen – mehr als doppelt so viel wie das derzeitige Spitzenreiter-Kohlekraftwerk in Alabama, das rund 16 Millionen Tonnen pro Jahr ausstößt. Fachleute gehen davon aus, dass die Anlage damit zur größten einzelnen Quelle der Klimaverschmutzung in den USA werden könnte.
Die Öffentlichkeit erfuhr von den Plänen, weil die Organisation Cleanview die öffentlich zugänglichen Genehmigungsunterlagen auswertete. Bereits in der Woche ab dem 3. August wurden drei Baugenehmigungen für Rechenzentren erteilt, die mit dem Kraftwerk verbunden sind, das von Pacifico Energy entwickelt wird. Satellitenbilder, die von Distilled ausgewertet wurden, deuten darauf hin, dass die Bauarbeiten im Westen von Texas bereits begonnen haben. Die Rechenzentren von Amazon werden zunächst nicht an das öffentliche Stromnetz angeschlossen.
Margaret Callahan, Sprecherin von Amazon, sagte: „Die Welt sieht heute anders aus als zu der Zeit, als wir den ‚Climate Pledge‘ mitbegründet haben.“ Damit spielte sie auf das Engagement des Unternehmens an, bis 2040 klimaneutral zu werden. Allerdings hat Amazon eingeräumt, dass die wachsenden Emissionen aus KI-Rechenzentren dieses Ziel gefährden könnten. Ein anderer Sprecher betonte: „Amazon ist überzeugt, dass die Kosten für die Energieversorgung unserer Betriebsabläufe voll von uns getragen werden sollten.“
Michael Thomas, Gründer von Cleanview, sieht in dem Projekt einen möglichen Präzedenzfall: Es „könnte ein Vorbote dessen sein, was noch kommen wird“. Er erwartet eine „explosionsartige Zunahme netzunabhängiger Gasprojekte“ in Texas und anderswo. Seine Organisation hat bereits 59 Rechenzentrumsprojekte identifiziert, die mit eigenen Kraftwerken geplant sind.
Die Entwicklung findet vor dem Hintergrund einer Debatte über die Umweltauswirkungen von Rechenzentren statt. Gouverneur Greg Abbott hat Anfang August 2026 das Planungsverfahren für neue Projekte gestoppt, die an das staatliche Stromnetz angeschlossen werden sollen. Er beklagte, dass nur etwa jeder zehnte Betreiber auf offizielle Anfragen zum Strom- und Wasserbedarf geantwortet habe.
Gasturbinen erzeugen Schadstoffe, die mit Asthma, Herzkrankheiten, Lungenkrebs und Schlaganfällen in Verbindung gebracht werden. Einige Gemeinden fordern strengere Umweltprüfungen, während die Trump-Administration beschleunigte Verfahren bevorzugt, die sogar die vollständige Umgehung von Genehmigungen ermöglichen können. Bereits im Frühjahr 2026 begann Elon Musks Unternehmen xAI, für sein Colossus-Rechenzentrum auf Gasturbinen zu setzen.